Mein persönliches Sommermärchen, oder der Traum in 40+

2009 standen 2 Wochen Urlaub ins Haus und ich wußte genau was ich da mache. Der Tag der Abreise war gekommen, das Auto bis unters Dach mit Tackle und 200kg Futter bestückt, davon 150 Kilo Partikel.

In den frühen Morgenstunden traf ich mich mit Daniel und ab ging es an ein Gewässer das wir im Oktober 2008 schon mal befischten. In der Zeit ging ich leer aus, Daniel konnte mehrere Fische mit den Boilies von power-fishing fangen, der schwerste hatte 36 Pfund.

Ich musste einfach wieder an diesen See, der mich mit seiner Schönheit und faszinierender Natur in seinen Bann gezogen hat.

Nach drei Stunden endlos erscheinender Fahrt waren wir endlich da.

Auto ausräumen, Camp aufbauen und Stellen suchen. Letzteres sollte sich als Lotterie herausstellen, denn ein möglicher Hot Spot folgte dem Nächsten.

Also griff ich auf eine ganz einfache Sache zurück, ch verließ mich auf mein Gefühl. Nachdem alles erledigt war und die Montagen an Ihren Plätzen lagen genossen wir erstmal ein kühles Bier und die Schönheit der vor uns liegenden Natur.

Der Abend und die Nacht brachen herein und bis zum Morgen blieben unsere Bissanzeiger stumm. Daniel entschloss sich an eine andere Stelle zu wechseln, an einen anderen See, in einem anderen Bundesland. Da er ohnehin nur drei Tage zum Fischen hatte und Tag Eins ohne Erfolg blieb, war seine Entscheidung an den See zu Fahren wo er 100 %ig Fische fängt nachzuvollziehen, da der See an dem wir waren nicht nur relatives Neuland, sondern auch recht schwierig zu befischen war.

Ich blieb und befischte meine Spots weiter. In der Nacht gegen halb 2,Dauerton. Rute aufnehmen rein ins Boot und der Tanz begann. Nach kurzem Drill lag ein 20 Pfund Schuppi auf der Matte. Ein guter Einstand und besser als nichts dachte ich mir.

Nachdem ich die linke Rute wieder auf Ihren Bestimmungsort in 400 Metern abgelegt hatte kroch ich wieder in meinen Schlafsack und schwebte ins Land der Träume. Doch da sollte ich nicht lange verweilen. Die rechte Rute lief ab und der Tanz begann von neuem.

Wieder an Land konnte ich einen 22iger Schuppi als zweiten Fisch auf meinem Konto verbuchen. Rute auf den Spot in 150 Metern abgelegt, Partikel, Pellets und Boilies dazu und wieder ab in die Koje.

Dachte ich, denn bis zum Schlafsack hab ich es nicht mehr geschafft.

Freu freu sagte ich mir, das läuft ja gut. Der ganze Spuk wiederholte sich insgesamt viermal auf dem Spot und innerhalb kürzester Zeit konnte ich insgesamt 6 Fische als Plus verzeichnen. Die restliche Zeit, sowie die nächsten 2 Tage und Nächte blieben die Piepser jedoch leise.

Also packte ich alles ein und zog an eine andere Stelle um. Nachdem alles fertig war, beschloss ich 2 Stellen zu befischen an denen ich die Morgen zuvor mehrere Fische rollen gesehen habe. Zwischenzeitlich telefonierte ich mit Daniel und traute meinen Ohren kaum von dem was er mir zu Erzählen hatte. Er konnte in einer Nacht über 30 Fische fangen und die Ersten fünf waren über 30 Pfund.

Am Morgen des nächsten Tages rollten wieder einige Carps in der Nähe meiner Spots. Schnell holte ich meine linke Rute rein, bestückte sie neu und warf sie in Richtung der Carps. Mit dem Wurfrohr noch paar Murmeln hinterher und warten.

Mitten beim Kaffee und 15 Minuten später lief die linke Rute ab. Bei der Suche nach den Spots fiel mir ein Baum im Wasser auf der komplett mit Muscheln „bewachsen“ ist.

Es kam wie es kommen mußte. Naja dachte ich mir,eine Woche hab ich ja noch. Abends dasselbe Spiel wie immer. In dieser Nacht fanden 2 wunderschöne Spiegler den Weg in den Kescher. Der eine 24 Pfund und der andere 26 Pfund. Die Gewichte werden grösser. Aber die restliche Nacht blieb ohne Pieps. Für die nächste Nacht änderte ich meine Taktik. Ich fütterte zwar die Spots weiter, legte aber meine Montage 2-3 Meter abseits ab.

Mit Erfolg, denn endlich konnte ich meinen neuen PB mit 30ig Pfund fangen. Ein wunderschöner Spiegler. Diese Taktik behielt ich bei, ob aus Aberglaube oder weil es wirklich so ist das die Großen abseits fressen.

Was sollte nun noch kommen? Mein Ziel war erreicht und jeder weitere Fisch ist Bonus. Am Nachmittag wurde das Wetter schlechter.

Ringsum zogen graue Wolken auf und Blitze schossen durch den Himmel. Als es wieder aufheiterte bot sich mir ein Anblick den ich wohl nie vergessen werde. Ein riesiger Regenbogen erschien am anderen Ende des Sees und ich sagte mir: “Das ist ein Zeichen”

Und ich ahnte nicht wie Recht ich damit haben sollte.

In der Nacht gegen halb eins lief die linke Rute ab. Ich sprang von der Liege in meine Schuhe, in denen sich 2 Nacktschnecken wohl auch zur Ruhe begeben haben. Kein wirklich tolles Gefühl kann ich Euch sagen.

Ich schmiss die Schuhe zur Seite, rannte aus dem Bivi, rutschte auf dem nassen Gras aus und lag unter meinem Pod. Über mir kreischte die Bremse, endlich hatte ich mich irgendwie befreit. Ich nahm die Rute auf und begann den Fisch vom Land zu drillen. Fest, SCHEISSE  rief ich und sprang ins Boot.

Pumpte mich über den Fisch, aber ich war chancenlos. Ich machte alles neu, brachte die Rute raus und legte mich schlafen. Um 04.17 Uhr schrie der Bissanzeiger der rechten Rute so laut, daß ich dacht er spuckt sein Innenleben raus. Da ich nicht noch einen Fisch verlieren wollte stieg ich direkt ins Boot.

Am anderen Ende war kein Halten mehr. Er zog nach links, nach rechts, von mir weg und auf mich zu. Nach ca.20 Minuten kam er das erste Mal an die Oberfläche, ließ Luft und tauchte wieder ab. Das ganze wiederholte sich sieben Mal bis er endlich auf der Seite lag und die Maschen des Keschers sich um Ihn schlossen. Im Schein der Kopflampe war das Ausmaß des Carps nicht richtig zu erkennen und ich dachte für nen kleinen haste ganz schön Betrieb gemacht.

Ich versuchte den Kescher locker mit einer Hand aus dem Wasser ins Bott zu hebn, es scheiterte kläglich. Als ich den Fisch dann mit zwei Händen ins Boot gehievt habe und er nun im Ganzen zu sehen war dacht ich mir: “ähm ja,hm der ist doch größer.”

Am Ufer angekommen wog ich den Fisch, ich wog Ihn nochmal und nochmal. Ich traute meinen Augen kaum, ein 118 cm langer Lederkarpfen mit 41,4 Pfund.

Ich versorgte schnell den Fisch, holte noch die linke Rute rein, machte mir ein kühles auf und genoss bzw. verarbeitete erstmal die Eindrücke der letzten Stunde.

Alles in allem waren es wohl die besten 2 Wochen die ich hatte, denn immerhin fing ich gleich zweimal einen PB.

In diesem Sinne wünsche ich allen viele schöne Stunden am Wasser